Schrift, Bild und Gedächtnis - Graffiti im Kontext einer Semiotik der gotischen Fresken in der Kapelle von Schloss Bruck, Lienz-Osttirol
Beschreibung
Die vermeintlich nur lokale Bedeutung des Pustertaler Malers Simon von Taisten und im Besonderen seine Freskierung der Kapelle von Schloss Bruck schienen seit Jahrzehnten hinlänglich geklärt, als Leo Andergassen vor 20 Jahren den wissenschaftlichen Konsens mehrerer Generationen in Zweifel zog: Offenbar sei den Gelehrten nicht aufgefallen, dass sie fälschlicherweise einen ungeschliffenen Grobian als "fürstlichen Kunstgönner" adelten. Das Freskenprogramm der Kapelle betone deren memorialen Charakter und sei erst von König Maximilian I. in Erinnerung an Leonhard, den an Kunst kaum interessierten letzten Grafen von Görz, nach dessen Ableben im Jahr 1500 in Auftrag gegeben worden. Als Beleg wurde u.a. eine 1507 datierte Forderung Simons von Taisten bezüglich einer Bemalung des "Hauses" Graf Leonhards ins Treffen geführt. Einspruch wurde einzig von Meinrad Pizzinini erhoben, der sich auf ein G
